Jochen Tetzlaff
Baut sich ein zweites Gehirn in Obsidian, hostet alles selbst und versucht die Welt zu verstehen. Pop!_OS, Nextcloud, zu viele offene Tabs.
Mein Recherche-Agent lieferte einen beeindruckenden Report über Chinas KI-Szene: saubere Struktur, Fachbegriffe, konkrete Zahlen. Dann habe ich nachgeprüft — die Kernzahlen waren erfunden, inklusive Specs für ein Modell, das gar nicht existiert.
Das Setup: der Open-Source-Agent Hermes (Nous Research), ein lokales Qwen, eine gemietete GPU für 49 Cent die Stunde. Nachts scannt er das Web und liefert Berichte aufs Handy.
Warum der Fehlschlag die wichtigste Lektion war 🧵
1845 war George Hudson der „Eisenbahnkönig“ — der reichste Emporkömmling Englands. Er zahlte seinen Anlegern fette Dividenden, aber nicht aus Gewinnen: aus deren eigenem eingelegten Kapital, während er die Bücher geheim hielt. Ein geschlossener Kreis mit einer Zahl obendrauf, die „Gewinn“ hieß.
Als der Betrug aufflog, stürzte er und riss Familien in den Ruin. Doch die Gleise wurden gebaut — echt und dauerhaft.
Der letzte Teil der KI-Serie fragt: Rechnet sich der Geist? 🧵
1770 spielte ein Automat gegen Napoleon und gewann: der Schachtürke. Vor jeder Partie öffnete sein Erbauer den Kasten und zeigte ein Räderwerk aus Messing. Darin saß ein Mensch.
Amazon hat seine Klickarbeits-Plattform nach ihm benannt — Jeff Bezos: „künstliche künstliche Intelligenz“. Der Mensch im Kasten ist keine Kuriosität, sondern das Geschäftsmodell.
Ein Thread über den Körper, den die KI verbirgt: Arbeit, Material, Daten. 🧵
Die KI-Blasen-Debatte fragt immer: Ist das nicht zu viel Geld?
Adam Tooze dreht die Frage um — und der Satz sitzt:
„Es gibt kein Sparschwein, das geschlachtet werden muss, um die Dollars für die KI zu bekommen — die werden am Computer erzeugt, davon gibt's reichlich."
Geld ist der *unbegrenzte* Faktor. Knapp ist etwas ganz anderes. 🧵