Zwei Schauspieler ohne Bühne, in einem Land, in dem jede Geste politisch ist, selbst wenn sie als Unterhaltung getarnt wird. Diese iranische TV-Serie zeigt das Leben zweier Kreativer, die sich durch Performances im Auftrag Dritter über Wasser halten. Sie verhandelt Überwachung, Rollenzwang, Manipulation und moralische Unsicherheit in einem System, in dem die Öffentlichkeit kontrolliert ist und die Kunst nur unter Masken überleben kann. (ARTE, Wh.)
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wordpress 7.1Das Leben ist zu kurz für schlechtes Fernsehen! - Gebloggtes von einem Mediathek-Junkie. Mehrheitlich öffentlich-rechtlich, deshalb (fast) alles schon von unserer Haushaltsabgabe bezahlt. Wer länger im Ausland unterwegs war, weiß: Das deutsche Fernsehen ist viel besser als sein Ruf. Auch wenn es manchmal tatsächlich eine Katastrophe ist, versuche ich hier täglich nach den Perlen zu tauchen. Dieses Profil sendet über WordPress & ActivityPub direkt aus dem Blog und eure Kommentare, Likes und Boosts erscheinen so auch dort unter den Beiträgen. ❤️ ...
Ein Film, der über seine historische Vorlage weit hinausgewachsen ist und sich heute, fast zwei Jahrzehnte nach seiner Premiere, wie ein queeres politisches Manifest anfühlt – und eine Mahnung ist. Und das nicht nur wegen der tragischen Geschichte. In Sean Penns Darstellung von Harvey Milk liegt eine Verletzlichkeit und Würde, die selbst nach dem Abspann nachwirkt. Ob Julia Klöckner ihn allerdings je gesehen hat, ist mir nicht überliefert… Mit Sean Penn, Emile Hirsch und Josh Brolin. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/gus-van-sant-sean-penn-milk-2008/Wenn es hier um Filme geht, die älter sind, als der Autor dieses Blogs, dann ist mindestens Vorsicht geboten. Denn Erinnerung täuscht. Und Nostalgie ist nicht immer hilfreich, weil früher war ja eigentlich kaum etwas wirklich besser war. Aber wenn es um solches Kino geht, dann bin ich eben dessen erstes Opfer. Denn wer (viel) jünger ist, als 40 oder, 50, kennt Louis de Funès möglicherweise nur noch als Meme. Und Jean Marais, den Charaktergiganten des französischen Kinos haben wohl selbst viele von den Älteren längst vergessen. Danke @ZDF@zdf.social! Denn heute bin ich wieder 10 Jahre alt und sitze doch noch mal mit offenem Mund vor dem Bildschirm. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/andre-hunebelle-fantomas-1964-1967/Die Lichtburg ist kein Kino. Sie ist eine Behauptung. Eine architektonische, historische, fast trotzig aufrechterhaltene Behauptung, dass Kino mehr sein kann als Konsumarchitektur mit Popcorngeruch und algorithmisch kuratierten Spielplänen. Wer durch diese Türen geht, betritt kein „Kino“, sondern ein Versprechen – und zugleich eine offene Wunde. Und mein Leben. (ARTE, Neu!)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/europas-grosse-filmpalaeste-lichtburg-essen-2025/Es gibt Lieder, die sich für mich immer anhören werden, wie das alte Mixtape im Kassettenradio meines ersten Autos. Ein wenig verrauscht, ein wenig aus der Zeit gefallen, aber genau deshalb immer noch so unwiderstehlich. Das hier ist genau dasselbe. Nur ist es eben ein Film. Mika Kaurismäki nimmt die Figur seines notorisch schlecht gelaunten finnischen Bauern und macht aus der Suche nach einem roten Ford Escort (Baujahr 1972) ein melancholisch-komisches Roadmovie über Familie, Alter und die Unfähigkeit von Männern, über Gefühle zu sprechen, ohne dabei einen Verkehrsunfall zu verursachen. Das fühle ich alles. (ARTE, Neu!)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/mika-kaurismaeki-grump-auf-der-suche-nach-dem-escort-2022/Auf den ersten Blick ist das hier eine reine Männerfantasie. Und eine Hommage an den alten Film Noir. Shane Black nimmt den klassischen Buddy-Thriller, wirft ihn in das smoggelbe Los Angeles des Jahres 1977, tränkt alles in Neon, Pornokultur und institutionelle Korruption, und baut daraus eine grell funkelnde Krimikomödie, die erstaunlich viel über Männlichkeit, Macht und die politische Verwertbarkeit weiblicher Körper erzählt. Mit Russell Crowe, Ryan Gosling und Kim Basinger. (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/shane-black-the-nice-guys-2016/Die Dystopie ist ein klassisches Motiv des Science-Fiction-Genres. In diesem Gen-Technik-Thriller wird die Konsequenz der Wissenschaft zu einem Alptraum, den Individuen durch subversive Anarchie unterwandern und letztlich ad absurdum widerlegen. Ein episches Debüt von Andrew Niccol (Buch & Regie), das bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren hat. Mit Ethan Hawke, Uma Thurman und Jude Law. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/ethan-hawke-uma-thurman-gattaca-1997/Mit Cum-Ex verbinden wir den wohl größten Steuerraub der Geschichte. Er blieb viele Jahre lang unentdeckt, bis einige mutige Menschen die Wahrheit ans Licht brachten. Dieser Dokumentarfilm rekonstruiert mit Beschuldigten, Ermittlerinnen und Investigativjournalisten detailliert, wie Banken, Investoren und Anwälte vorgingen, um europäische Staaten um Milliarden zu betrügen, und wie es zu Urteilen gegen „White-Collar“-Kriminelle kam. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/judith-lentze-oliver-schroem-systemfehler-der-cum-ex-skandal/Ich schreibe viel über Pop, über Genre und Kino als Raum für Projektionen, Begehren, Widersprüche, Erinnerung. Weltrettung ist da höchstens ein Nebeneffekt. Wenn überhaupt. Und dann gibt es doch diese Filme, die gar nichts anderes wollen. Die keine Ablenkung versprechen und keinen Trost. Das hier ist kein Spiel, sondern pure Intervention. Eine seltene und sehr unbequeme Kategorie. Wahrscheinlich der wichtigste Film, den Sie dieses Jahr noch sehen können! (ARD, Neu!)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/marc-bauder-wer-wir-waren-2021/In der Welt gibt es einfach mehr Konflikte, Krieg und Terror, als ein durchschnittlich politisch interessierter Mensch verarbeiten kann. Da bleibt es nicht aus, dass der neueste Schrecken den gerade erst geschehenen schon wieder überlagert. Jedes Kino, irgendwo auf der Welt, ist deshalb immer auch ein wichtiger Ort, um Erinnerung zu schaffen. Ein unbedingt sehenswerter Film mit Tahar Rahim, Benedict Cumberbatch und Jodie Foster! (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/kevin-macdonald-der-mauretanier-2021/Es beginnt mit Isolation, aber gemeint ist Kontrolle. Philipp Stölzl inszeniert in seinem Film, nach der Novelle von Stefan Zweig, das Innere eines Mannes als Schlachtfeld und Ort der Zersetzung durch Macht. Die Geschichte kennen Sie vermutlich. In jedem Fall gehört die literarische Vorlage zum Kanon der europäischen Selbstbefragung nach dem Faschismus. Doch dieser Film interessiert sich weniger für die historische Spezifität als für die psychologische Verdichtung eines Ausnahmezustands. Das funktioniert leider nur teilweise. Mit Oliver Masucci, Albrecht Schuch und Rolf Lassgård. (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/philipp-stoelzl-die-schachnovelle-2021/Ich liebe sie alle. Keine weniger als die andere. Für das, was sie sind und für das, was sie tun! Hier hat das @ZDF@zdf.social einmal mehr in den britischen Serienkatalog gegriffen und viel mehr als eine Serienperle an Land gezogen. Das hier ist ein gesellschaftspolitisches Statement, das im Gewand einer Punkband-Sitcom zugleich emanzipatorisch und subversiv agiert. Gut so! ❤️ (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/we-are-lady-parts-serie-2021-2024/Verfilmung des autobiografisch inspirierten Romans von Jack London. Der Matrose Martin Eden ist ein wuchtiger, ungebildeter Mann, von einigem Charisma, aber auch immer bereit für eine Prügelei. Als er in Neapel die Bürgerstochter Elena kennenlernt, eröffnet sich ihm eine neue Welt. Um ihr Herz zu gewinnen, möchte er so viel lesen wie möglich und Schriftsteller werden. (ARD)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/pietro-marcello-martin-eden-2019/Aus einem zusammengestümperten Skript, das Jahre in der Entwicklung war und dabei ein halbes Dutzend Autoren (alles Männer) verschlissen hat, noch einen Blockbuster zu machen, das gelingt nicht vielen. Alan J. Pakula hat es dennoch irgendwie hinbekommen – und dabei noch zwei Superstars und deren Egos soweit unter Kontrolle – dass doch ein ansehnlicher Polit-Thriller dabei herausgekommen ist.
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/alan-j-pakula-vertrauter-feind-1997/„Le grand bleu“ war ein gigantischer Welterfolg für seinen Regisseur. Für einen seiner Hauptdarsteller war es der internationale Durchbruch. Für den anderen leider nicht. Was bleibt, ist ein Film, der das Kino der späten Achtziger um so vieles reicher gemacht hat, wie es danach nur wenige andere vermocht haben. Für Europäer:innen endete er mystisch. Amerika dagegen, bekam fast ein Happy End. (ARD, Wh)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/luc-besson-im-rausch-der-tiefe-1988-2/Ein Film aus einer anderen Zeit. Ein Märchen. Über einen Oligarchen, dem es noch genügt hat, die Sterne nur zu beobachten – statt Raketen zum Mars zu schicken. In Schottland. Vielleicht der schönste Film, den Sie dieses Jahr gesehen haben werden. Mit Sicherheit ein lebenslänglicher Lieblingsfilm. (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/bill-forsyth-local-hero-1983/„Wenn man keinen Plan hat, dann kann auch nichts schiefgehen. Das heißt, du hast keine Vorstellung davon wie es sein müsste, also macht es nichts, wenn es anders wird. Auch wenn du jemanden umbringst oder dein Land verrätst. Am Ende ist das scheißegal.“ (Park Dong-ik) (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/bong-joon-ho-parasite-2019/Frankfurt am Main: Das steht für Hochhäuser, Glasfassaden, Blaulicht, Geld und Macht. Die Stadt wirkt hier wie ein Versprechen und eine Drohung zugleich. Kapital zirkuliert wie die Menschen, aber nicht unter denselben Bedingungen. Angelina Maccarone interessiert sich nicht für einfache Gegensätze. Sie baut ein Beziehungsgeflecht, das sich anfühlt wie die Gegenwart. Widersprüchlich, überreizt, emotional aufgeladen und politisch vermint. Mit Barbara Sukowa, Lambert Wilson, Habib Adda und Banafshe Hourmazdi. (ARTE, Neu)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/angelina-maccarone-klandestin-2024/Steven Spielbergs Meisterwerk ist mehr als Holocaust-Kino, es ist inzischen auch ein Spiegel der deutschen Erinnerungspolitik. Zwischen Liam Neesons ikonischem Oskar Schindler, der verdrängten Emilie Schindler und dem kollektiven deutschen Bedürfnis nach moralischer Entlastung zeigt sich, wie bequem Gedenken werden kann, wenn es sich an einem rettenden Ausnahme-Mann festhält. Ein persönlicher Text über Kino, Macht und die Ästhetik des schlechten Gewissens. (ARTE, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/steven-spielberg-schindlers-liste-1993/Es ist kalt in diesem Film, und das ist es nicht nur meteorologisch. „Il grande silenzio“ fühlt sich an wie ein Western, der sich selbst verraten hat. Hier herrschen Schnee statt Staub, Stille statt Coolness, und Gewalt, die nicht mehr als Spektakel funktioniert, sondern nur noch als System. Sergio Corbucci hat hier keinen Beitrag für den Western-Kanon gedreht, sondern eine ultimative Abrechnung mit der Idee, dass Gewalt jemals gerecht sein könnte, wenn sie nur gut genug inszeniert wird. Mit Jean-Louis Trintignant und Klaus Kinski. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/sergio-corbucci-leichen-pflastern-seinen-weg-1968/Eine Monarchie im Krisen-Modus. Stephen Frears Film über Queen Elizabeth II. ist ein Biopic, das sich schlichtweg weigert, seinem Gegenstand etwa ehrfürchtig zu verfallen. Das hat sogar feministische Schärfe. Denn was hier beobachtet wird, ist nicht bloß der Zeitraum einer Woche nach dem Tod von Lady Diana, sondern ein ganzes System aus Klasse, Ritual und Geschlecht, das seine Frauen zugleich erhöht und verschlingt. Mit Helen Mirren und Michael Sheen. (3Sat, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/stephen-frears-die-queen-2006/Eine Frau, ein Hotelzimmer, ein fremder junger Mann. Der Film beginnt leise, fast unscheinbar – und entfaltet sich zu einem fein gearbeiteten Kammerspiel über Intimität, Sprache und die Möglichkeit, sich selbst neu zu begegnen. Er stellt vermeintliche Gewissheiten über Begehren, Alter und Nähe infrage, ohne laut zu werden. Wer bereit ist, hinzuhören, wird berührt – vielleicht auch erschüttert – oder sogar glücklich. Das ist ein kleines Wunder. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/emma-thompson-meine-stunden-mit-leo-2022/Das hier ist ein harter Film. Nicht hart im Sinne eines Thrillers mit Hochspannung und Schockmomenten – sondern in seiner Haltung, seinem Blick und seiner Konsequenz. Weil es ist ein Film über patriarchale Gewalt, über institutionelles Wegschauen und über das Funktionieren von Macht in scheinbar modernen Gesellschaften ist. David Fincher schaut genau dorthin, wo andere ausweichen: in die Abgründe männlicher Herrschaft, ins System, das Täter:innen schützt und Opfer isoliert. Das passt noch immer in die Zeit. Mit Daniel Craig, Rooney Mara, Christopher Plummer und Stellan Skarsgård. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/david-fincher-verblendung-2011/Dieser Film hat etwas von einem Mysterium. In Deutschland finden sie bis heute keine ernsthafte Filmkritik, und das, obwohl der Film schon seit 2019 auf diversen Filmfestivals lief. Erst vor zwei Wochen erlebte er seine TV-Erstausstrahlung und ist nun in der Mediathek nur hinter einer FSK 16 Schranke zugänglich. Tobias Moretti, Elit Iscan und Lenz Moretti. (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/gregory-kirchhoff-baumbacher-syndrome-2019/Wenn man(n) die Lebensmitte schon eine Weile hinter sich hat, dann bekommen nicht nur Erinnerungen an Filme, sondern auch an die eigene Kindheit und Jugend jedes Jahr einen neuen Stellenwert. Nach dem plötzlichen Tod von Rob Reiner und seiner Frau – und der dahinter stehenden Familientragödie vor nur ein paar Tagen -, fällt es mir allerdings tatsächlich schwer, diesen Film nicht auch als ein frühes Vermächtnis seines Regisseurs zu sehen. Auch, weil ich damals, als ich ihn zuerst sehen durfte, das meiste meines eigenen Lebens noch vor mir hatte. (ZDFneo, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/rob-reiner-stand-by-me-1986/Dieser Film ist kein zweiter Teil oder eine Fortsetzung im klassischen Sinne, sondern eigentlich eine Spiegelung des ersten Films – viel heller ausgeleuchtet, aber noch kälter erzählt. Francis Ford Coppola und Mario Puzo nehmen quasi eine Autopsie dessen vor, was sie im ersten Teil errichtet haben. Die Idee der Familie als Zufluchtsort. Der Mythos des überlebensgroßen Paten wird hier seziert wie ein historisches Fossil. (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/francis-ford-coppola-der-pate-ii-1974/„Manchester, 2006: Nachdem Detective Chief Inspector Sam Tyler bei einem heiklen Einsatz einen Autounfall erlitten und das Bewusstsein verloren hat, wacht er plötzlich im Jahr 1973 wieder auf. Seinen Job kann er weitermachen, allerdings begleiten jetzt Schlaghosen, Koteletten und analoge Ermittlungstechniken seinen Alltag.“ (ARTE, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/life-on-mars-2006-serie-bbc-arte-mediathek/Schon wieder Madrid im vibrierenden Ausnahmezustand. Doch dieses Mal mit viel weniger Koksenergie, dafür im kontrollierten Absturz. Im Grunde ist dieser Film Pedro Almodóvars abgeklärtes, dafür leicht melancholisches Gegenstück zu „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“. Die hysterische Oberfläche ist noch da, seine Farben schreien weiterhin, dass es fast wehtut, aber darunter hat doch sich etwas verschoben. Seine Witze zielen tiefer, die Verletzungen sind es auch. Mit Victoria Abril und Marisa Paredes. (ARTE, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/pedro-almodovar-high-heels-die-waffen-einer-frau-1991/Nach wenigen Minuten ist klar, dass hier rein gar nichts zufällig ist. Das alles wirkt zwar zuerst wie ein klassischer „Leute sitzen irgendwo fest und werden der Reihe nach umgebracht“-Thriller, aber James Mangold hatte offensichtlich viel mehr im Sinn als bloße Genremechanik. Sein Film spielt mit Wahrnehmung, mit Erwartung, mit der Lust am Sortieren von Mustern. Und ja, das alles ist genauso clever, wie es sich anfühlt. Mit John Cusack, Ray Liotta, Amanda Peet und Alfred Molina. (3Sat, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/james-mangold-identitaet-2003/„Life On Mars“ war ein Phänomen. Weil es öffentlich-rechtliches Fernsehen war, das in jeder Hinsicht Maßstäbe gesetzt hat, die von der Konkurrenz der kommerziellen Plattformen selbst bis heute nur sehr selten erreicht werden konnte. Doch nach „nur“ 2 Staffeln war schon Schluss. Die Geschichte von Sam Tyler war zu Ende erzählt. Statt einer Fortsetzung haben sich die Macher:innen für einen Spin-Off entschieden. Der wurde zu einem femininen Echo, das übrig bleibt, wenn ein System sich nicht mehr erklären muss. (ARTE, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/290031/Dieser Film ist kein zweiter Teil oder eine Fortsetzung im klassischen Sinne, sondern eigentlich eine Spiegelung des ersten Films – viel heller ausgeleuchtet, aber noch kälter erzählt. Francis Ford Coppola und Mario Puzo nehmen quasi eine Autopsie dessen vor, was sie im ersten Teil errichtet haben. Die Idee der Familie als Zufluchtsort. Der Mythos des überlebensgroßen Paten wird hier seziert wie ein historisches Fossil. (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/francis-ford-coppola-der-pate-ii-1974/Trauerarbeit mit Rock’n’Roll! Hier schickt Regisseur Christian Klandt den Musikmanager Eric (Edin Hasanović) in ein Bestattungsunternehmen – und zeigt, dass der Tod manchmal gar nicht so grau sein muss. Zwischen makabrem Humor, zarten Momenten und mit einem grantig-grandiosen Peter Kurth entstand ein Film, der das schwere Thema Abschied mit Herz, Witz und einer Prise Punkrock würzt. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/christian-klandt-sterben-fuer-beginner-2025/Franz Rogowski ist ja längst ein Weltstar, nur haben das in Deutschland noch nicht alle gemerkt. Dabei hätten wir aber eigentlich nur etwas genauer hinschauen müssen, und es wäre uns längst vollkommen klar, dass dieser Mann nicht mehr aufzuhalten ist, die ganze Welt zu erobern… (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/franz-rogowski-lux-krieger-des-lichts-2017/Madrid als völlig überdrehter Organismus. Männer verschwinden und Frauen bleiben zurück mit der Arbeit, den Emotionen und dem Chaos. Das ist kein leises Drama über Liebeskummer, sondern eine grellbunte Eskalation dessen, was passiert, wenn patriarchale Beziehungsmodelle kollabieren und die Frauen beschließen, nicht mehr still mitzuleiden, sondern laut zu werden. Damals war es der erste Pedro Almodóvar Film meines Lebens. Und ich liebe ihn dafür noch immer. Mit Carmen Maura und Antonio Banderas. (ARTE, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/pedro-almodovar-frauen-am-rande-des-nervenzusammenbruchs-1988/„The Shallow Tale of a Writer Who Decided to Write about a Serial Killer“ – das wäre der Originaltitel gewesen, den der deutsche Filmverleih in Allianz mit der ARD glaubt uns nicht zumuten zu können. In kurz: Ein Autor steckt fest. Hat keine Ideen mehr, keinen Flow und besteht nur noch aus purem Ego. Eigentlich also ein durchschnittliches Blogger:innenschicksal, an fast jedem beliebigen Montag. Ein Film von Tolga Karaçelik, mit Steve Buscemi, Britt Lower und John Magaro. (ARD, Neu!)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/tolga-karacelik-der-psycho-coach-moerderische-therapie-2024/Nicolette Krebitz zerlegt die Idee, dass ältere Frauen im Kino gefälligst unsichtbar zu werden haben. Melancholisch, schräg, sexy und manchmal herrlich unangenehm. Ein Film darüber, wie die Liebe klingt, wenn Menschen längst aufgehört haben, noch daran zu glauben. Ein Film wie ein schiefer Popsong um drei Uhr morgens. Halb romantisch, halb kaputt. Und genau deshalb so interessant. Mit Sophie Rois, Milan Herms und dem großen Udo Kier. (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/nicolette-krebitz-a-e-i-o-u-das-schnelle-alphabet-der-liebe-2022/Ein Moment, in dem das Kino seine ganze eigene Geschichte neu überschrieben hat: Dieser Film gehört ganz ohne Zweifel zu den ganz seltenen Fällen. Er ist noch immer ein Monument. Aber auch eines, das immer noch unter seiner Oberfläche brodelt. Kein sauberer Sandalenfilm, sondern ein hochpolitischer Kommentar. Einer, der unter der Last seiner eigenen Entstehungsgeschichte fast zerbrochen ist und genau daraus noch immer seine ganze Wucht zieht. Mit Kirk Douglas, Tony Curtis, Jean Simmons, Peter Ustinov und Laurence Olivier. (ARTE, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/stanley-kubrick-spartacus-1960/Der Italowestern hat ja nie so getan, als wäre er etwa unschuldig. Er hat immer schon die Kulisse aufgerissen und offen gezeigt, dass „der Westen“ nur ein Produkt ist, gebaut aus Mythen und aus Geld. „Soleil rouge“ steht eigentlich genau in dieser Tradition, aber er schiebt sie noch einmal weiter, als würde das ganze Genre hier die Balance verlieren und sich dabei endlich ehrlich machen. Mit Charles Bronson, Alain Delon, Ursula Andress und Toshirō Mifune. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/terence-young-rivalen-unter-roter-sonne-1971/„Ich war der Meinung, Sie wollten der Justiz mal so richtig auf das saubere Hemd kotzen…“ (Zitat). Das ist keine Erzählung aus dem Museum der 80er-Jahre, sondern zieht die ganze Gegenwart mit hinein – quasi in die offene Wunde. Keine Held:innengeschichte, sondern ein politisches Verlangen, das sich an den Institutionen reibt, an den Mauern und an den Körpern. Freiheit ist hier kein großes Wort, sondern ein elementarer physischer Zustand: Entweder eingeschränkt oder verweigert, immer erkämpft. Mit Marie Leuenberger und Joel Basman. (ARD, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/oliver-rihs-bis-wir-tot-sind-oder-frei-2020/Es gibt so Filme, die sich als Emanzipationsgeschichte verkleiden und dabei vor doch allem eines befreien wollen, nämlich das eigene Gewissen. Das hier ist einer, der mit wehenden Capes und funkelnden Klingen eine koloniale Vergangenheit inszeniert und dabei so tut, als ließe sich Gewaltgeschichte mit Charme, Witz und einem sexy sitzenden Schnurrbart auflösen. Als Bühne eines Spektakels, das die Machtverhältnisse zwar benennt, aber nie wirklich zerlegt. Es bleibt bei der Pose. Und doch lieb‘ ich den Film. Mit Antonio Banderas, Anthony Hopkins und Catherine Zeta Jones. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/martin-campbell-die-maske-des-zorro-1998/Eigentlich ist diese Serie ein Spionagethriller, aber unter der Oberfläche läuft eine zweite Erzählung über Migration, über Kontrolle, über das permanente Sortieren von Leben in legitim und verdächtig. Das ist nichts für einen TV-Binge-Eskapismus, sondern Spiegel einer europäischen Realität, die sich gern als humanistisch inszeniert und gleichzeitig Abschottung perfektioniert. Mit Elisabeth Moss und Yumna Marwan. (ZDF, Wh.)
Zum Blog: https://nexxtpress.de/mediathekperlen/steven-knight-the-veil-serie-2024/Völlig von der Rolle: Sophie Linnenbaums „The Ordinaries“ spielt in einer Filmwelt, die strikt in Haupt- und Nebenfiguren unterteilt – bis jemand nicht mehr mitspielen will. Ein Beitrag von Tabea Venrath / Fluter.de. (ZDF, Wh.)
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