Simone Dede Ayivi
mastodon 4.7.3-stable+ff1Theater aus Schwarzer feministischer Perspektive und ne Kolumne in der taz.
Bock auf Stadtpolitik, Antifa, Antira, Punkrock und Rzepte. Berühmt für mein Rumkaramell.
Neue Kolumne: @tazgetroete@mastodon.social
"Ich erzähle immer wieder gerne, dass ich in den ersten Monaten hier meine Rückenschmerzen verloren habe, weil ich zuvor nur mit hochgezogenen Schultern durchs Leben gegangen war und nun loslassen konnte. Wie ich über Jahrzehnte das Gesundheitssystem mit Physio- und Psychotherapien belastet hätte, wäre mir Berlin nicht passiert, mag ich mir gar nicht vorstellen. Kein Länderfinanzausgleich kann aufwiegen, was diese Stadt leistet.
Als Dankeschön an diese Stadt verspreche ich, mich dafür einzusetzen, dass auch noch Generationen nach mir das Berlin-Gefühl fühlen dürfen. Denn junge Menschen heute kommen aus den gleichen Gründen wie ich damals. Es wird ihnen nur schwerer gemacht zu bleiben. Aus Dankbarkeit werde ich dafür kämpfen, dass die Mieten runtergehen und nicht die Anzahl der Clubs. Dass der Görli nachts aufbleibt und das Tempelhofer Feld unbebaut.
Dass wieder mehr Räume für Kunst- und Kultur entstehen, der kostenlose Museumssonntag zurückkommt und unsere Theater nicht kaputtgespart werden. Und ich werde den Platz vorne oben im M29 immer für Kinder freimachen. Das ist das Mindeste, was ich für dich tun kann. Danke für alles, Berlin. Du bist unsere Heimat und Söders Albtraum. Und das ist auch gut so."
[...]
„Wenn wir alt sind“, habe ich gesagt, „dann besuchst du mich in Deutschland.“ Es ist etwas einfacher für Rentner*innen, ein Visum zu bekommen. „Und dann zeige ich dir Frankfurt und Berlin. Ich zeige dir mein Maison familiale, wo Papa gelebt hat, als er in Deutschland war. Dann bin ich die, die für dich übersetzt, Tickets löst und einkauft, was du nicht findest, weil ich weiß, wo. Wenn wir alt sind, kommst du zu mir und dann bist du der Fremde und ich passe auf, dass du nicht verloren gehst.“ Du bist nicht alt geworden.
Meine @tazgetroete@mastodon.social Kolumne über Trauer:
Ich kann die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen, dass ein Rassist ein rassistisches Buch geschrieben hat, oder diese Aufmerksamkeit antirassistischen Texten oder Autor*innen of Color zukommen lassen. Auf dem Platz, auf dem steht, wie männerdominiert das Theater ist, könnte auch die Arbeit besprochen werden von Leuten, die keine cis Männer sind.
Ich will wissen, was andere politisiert und dazu bringt, sich zu engagieren. Deshalb habe ich in den letzten Jahren viele Gespräche mit Menschen geführt, die zum ersten Mal aktiv wurden.
Rentner*innen, die 2015 Geflüchtete unterstützt haben, Kinder, die mit Fridays for Future auf die Straße gegangen sind, Menschen, die Rassismus erfahren haben und beschlossen, sich zu wehren oder Personen, die nach den Enthüllungen um das geheime Treffen von Rechtsextremist*innen in Potsdam erstmalig zu antifaschistischen Demos gegangen sind.
Was diese Gespräche meist verbindet, ist der Kampfgeist am Anfang. Dann die Euphorie. Bis zur Irritation und anschließenden Enttäuschung, wenn ihnen zum ersten Mal erläutert wird, warum das, was sie tun, irgendwie problematisch ist...
Meine Kolumne @tazgetroete@mastodon.social
Was tun meine fellow Alt-Antifas gerade so? Ich glaube: Antifa-Rente ist vorbei. Ihr müsst zurück in die Gruppe! Ich will hier nicht den Merz markieren: Ich gönne allen jede Freizeit und Erholung. Aber ihr werdet gebraucht.
Wer im aktuellen politischen Klima nichts Besseres zu tun hat, als seine Plattensammlung abzustauben, braucht mir auch nicht das Beste aus den 80ern und 90ern erzählen. Dem nehme ich den Antifaschismus nicht ab. Ihr reagiert nicht auf moralischen Druck. Das war nie euer Ding.
Also lasst es mich so probieren: Es ist wie in einer Filmfortsetzung. Die Helden aus Teil eins haben sich längst zur Ruhe gesetzt. In einem Schrebergarten. Doch dann kommt jemand und sagt: „Anna, Arthur. Das böse war nie tot. Ihr müsst es noch einmal erledigen. Aber diesmal für immer. Wir brauchen euer Know-how.“ Ihr sagt, ihr seid zu alt für den Scheiß, aber zähneknirschend begebt ihr euch auf die Mission. Maulend und mit Rücken. Aber ihr bewegt was. Widerstand statt Ruhestand.
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Neue Kolumne @tazgetroete@mastodon.social
könnt ihr hier lesen:
https://taz.de/Antifas-in-Rente/!6164033/
Ostern ist das erste verlängerte Wochenende des Jahres mit dem Potenzial auf gutes Wetter: ideale Bedingungen für einen Kurztrip für alle, die weder Eier verstecken noch suchen müssen. Und so bin ich sicher, dass auch dieses Wochenende zwischen Frankfurt und München oder Berlin und Hamburg wieder Frauen an Vierern sitzen, quatschen und dabei die ein oder andere Flasche köpfen. Es könnte sogar sein, dass sie dabei laut lachen. Ich hoffe, es ist so. Ladys, lasst krachen! Freund*innenschaft ist gesund.
Und wer auch immer ihr seid, was auch immer ihr tut: Ich sehe euch da sitzen und höre den Korken knallen in der Sekunde, in der der Zug den Bahnhof verlässt, und denke mir: Das habt ihr euch verdient. Wer so froh ist, wo wegzukommen, musste dringend los. Wer eine Fahrt mit der Deutschen Bahn als Grund zum Feiern sieht, hatte es bitter nötig.
Meine Osterkolumne @tazgetroete@mastodon.social
@byggvir@nrw.social @tazgetroete@mastodon.social
Ähm... ja. Deshalb ist das auch nicht das Thema hier.
