#senckenberg

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Das geheime Energienetz im Waldboden Der größte Teil der Energie in einem Wald fließt nicht über der Erde, sondern im Boden. Gemeint ist die chemische Energie, die Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht aufbauen. Wenn Blätter, Wurzeln oder Holz absterben, wird diese Energie von unzählogen Organismen im Boden aufgenommen und über viele Fressbeziehungen im Bodennahrungsnetz weitergegeben. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Senckenberg Museums für Naturkunde untersuchte solche Netzwerke an 32 Waldstandorten zwischen Deutschland und Vietnam. Dafür erfassten die Forschenden zahlreiche Gruppen von Bodentieren, darunter kleine Fadenwürmer, Springschwänze (wie im Bild) und Milben, aber auch größere Tiere, und berechneten aus Körpergröße, Häufigkeit und Stoffwechsel, wie Energie durch diese Lebensgemeinschaften im Boden verteilt wird. Dabei zeigte sich, dass in tropischen Wäldern insgesamt mehr Energie durch die Bodennahrungsnetze weitergegeben werden als in gemäßigten Wäldern. Gleichzeitig verändert sich die Zusammensetzung der Akteure. In den Tropen sind größere Bodentiere stärker beteiligt und Räuber-Beziehungen kommen häufiger vor. In gemäßigten Wäldern spielt dagegen der Abbau angesammelten Laubs eine größere Rolle. Dort gelangt die Energie zunächst über Pilze und Bakterien in das Nahrungsnetz und wird erst danach von Bodentieren weitergereicht. Gemeinsam bilden diese vielen Organismen das „Bodenpersonal“ des Waldes. Jede Gruppe übernimmt dabei eigene Aufgaben im Kreislauf von Zersetzung, Nahrung und Verbreitung. Oft wird gesagt, dass insbesondere Regenwürmer wichtig für den Boden sind. Das stimt natürlich, aber sie machen den Job nicht allein. Erst das Zusammenspiel vieler kleiner und größerer Bodenbewohner hält dieses verborgene Netzwerk unter unseren Füßen am Laufen. Quelle: Potapov et al. (2026), nature communications https://doi.org/10.1038/s41467-025-68083-8 #wald #ökologie #senckenberg #biologie #wissenschaft #wissenschaftskommunikation #anysci
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Ein Fisch aus einer verborgenen Welt Die meisten von uns verbinden unbekannte Tierarten vermutlich mit tropischen Regenwäldern oder den Tiefen der Ozeane. Doch manchmal liegen völlig fremde Lebenswelten direkt unter unseren Füßen verborgen – im dunklen Wasser tiefer Gesteinsschichten. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Senckenberg-Forschers Ralf Britz hat in Nordostindien nun eine außergewöhnliche neue Fischart entdeckt: eine nur etwa zwei Zentimeter lange Schmerle, die blind ist, nahezu transparent erscheint und nicht einmal ein knöchernes Schädeldach besitzt. Das Gehirn wird lediglich von Haut bedeckt, was ein einzigartiges Merkmal unter bekannten Schmerlen ist. Gefunden wurde das Tier zufällig in einem selbst gegrabenen Brunnen im indischen Bundesstaat Assam. Der Brunnen steht offenbar mit einem unterirdischen Grundwasserleiter, einem sogenannten Aquifer, in Verbindung. Genau dort lebt die neue Art vermutlich dauerhaft verborgen im völligen Dunkel. Die nun als Gitchak nakana beschriebene Schmerle zeigt typische Anpassungen an ein Leben im Untergrund: stark reduzierte Augen, fehlende Pigmentierung und eine blass-transparente Erscheinung. Solche sogenannten phreatobionten Fische gehören weltweit zu den seltensten und am wenigsten erforschten Wirbeltieren überhaupt. Weniger als ein Prozent aller bekannten Fischarten lebt dauerhaft unterirdisch und nur ein kleiner Teil davon in tiefen Grundwasserleitern. Die Entdeckung deutet darauf hin, dass sich im Untergrund Nordostindiens möglicherweise noch viele weitere unbekannte Arten verbergen könnten. Während wir die Oberfläche der Erde kartieren, Städte bauen und Satelliten ins All schicken, existieren gleichzeitig noch immer ganze Lebensräume, von denen wir kaum etwas wissen. Quelle: Britz et al. (2026), Science Reports https://doi.org/10.1038/s41598-026-40425-6 #senckenberg #biologie #indien #science #anysci #wissenschaftskommunikation #wissenschaft
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